BDA-Podcast: Allgemeinanästhesie: Was passiert, während ich schlafe?

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00:00:12: Es ist wie eine Blackbox.

00:00:14: Man liegt auf dem OP-Tisch, bekommt vielleicht noch gesagt Denken Sie an etwas Schönes oder zählen sie rückwärts.

00:00:20: von zehn und wenige Sekunden später ist man wie ausgeknipst.

00:00:24: Irgendwann wacht man dann wieder auf und die Operation ist vorbei.

00:00:28: Wir sprechen heute über genau diese Form der Anästhesie Die Vollnachrose Oder auch Allgemeinanästhisie genannt Also den Zustand bei dem Bewusstsein und Schmerzempfinden gezielt ausgeschaltet werden.

00:00:41: Für den Patienten ist die Vollnarkose in der Regel nur eine Erinnerungslücke.

00:00:46: Aber was ist eigentlich in der Zwischenzeit passiert, von der ich nichts mitbekommen habe?

00:00:50: Und vor allem – Was macht der Anästhesistin diese ganzen Zeit?

00:00:54: Darüber spreche ich heute mit Dr.

00:00:56: Julia Lichtenstern.

00:00:58: Julia ist AnäesthesistIn und vielen vielleicht auch von Instagram bekannt wo sie regelmäßig Einblicke in die Anästesiologie und ihren Berufsalter gibt!

00:01:06: Hallo Julia

00:01:08: Ja, hallo!

00:01:09: Schön dass ich hier sein darf.

00:01:10: Vielen vielen Dank für die Einladung.

00:01:13: Ja fangen wir doch mal genau an den Punkt an bis zu dem ich gerade schon erzählt habe Ich liege jetzt also im OP bekommen ein Medikament verabreicht und Schlaf ein.

00:01:23: Also zumindest ist das mein Verständnis als Laie.

00:01:26: Aber ist es wirklich so?

00:01:27: Dass sich hier einfach nur besonders tief schlafe?

00:01:31: Ja, also in etwa ist es so.

00:01:34: Aber unsere Medikamente bewirken tatsächlich ein bisschen was anderes als wenn wir jetzt zu Hause im Bett einschlafen.

00:01:43: Wir sagen trotzdem oft vor einer Narkose zu unseren Patienten denken sie an etwas Schönes.

00:01:49: vielleicht träumen Sie dann gleich davon weil ein gutes Gefühl beim Start der Narkoße wir nennen das die Narkoseneinleitung ist ganz wichtig.

00:01:59: In der Regel ist es dann so, dass wir als erstes ein Opiat verabreichen.

00:02:04: Also ein starkes Schmerzmittel, das vor allem im Gehirn die Schmerzwahrnehmung stark hemmt.

00:02:13: Der Patient erlebt das meistens, dass er davon müde wird oder leicht benommen und es kann sich auch ein leichtes Gefühl von Schwindel einstellen.

00:02:28: Danach geben wir dann als Zweites ein Hypnotikum.

00:02:32: Das ist ein Medikament, das in ausreichend hoher Dosierung den Schlaf bürgt und es ist aber so dass dieser Zustand eher dem Verlust der bewussten Wahrnehmung entspricht.

00:02:46: also er unterscheidet sich von unserem erholsamen Schlaf zu Hause und ist am ehesten zu beschreiben als ein sehr tiefer Tiefschlaf, aber ohne die Remphasen, die ja im normalen Schlag vorkommen.

00:03:01: Je nach Operation verabreichen wir dann als dritte Komponente einer Vollnachrose noch ein sogenanntes Muskelrelaxanz.

00:03:10: Das ist ein Medikament das zur Erschlaffung der Skelettmuskulatur führt.

00:03:16: Wenn ich jetzt so zurückdenke an meine letzte OP, Da sollte ich dann quasi von zehn Rückwärts zählen.

00:03:23: Ich glaube, das sieht man auch öfters meinen Filmen oder Serien und gefühlt bin ich nicht mal bis zu sieben gekommen.

00:03:29: also es ging rasend schnell geht immer so schnell?

00:03:32: Ja tatsächlich ist es so dass die Medikamente heutzutage sehr gut steuerbar sind und auch wirklich recht schnell wirken.

00:03:42: Je nachdem, wie schnell wir die Medikamente auch hintereinander geben, tritt dann die Wirkung wirklich nach Sekunden ein.

00:03:51: Natürlich gibt es aber hier jetzt auch Unterschiede in der sogenannten Anschlagzeit der verschiedenen Medikamente.

00:03:59: In manchen Fällen ist es auch so, wenn wir nur sehr geringe Mengen an Medikamenten geben wollen.

00:04:07: Dann kann das auch ein bisschen länger dauern bis es zum Schlaf kommt.

00:04:11: aber die Wirkung stellt sich auf jeden Fall sicher irgendwann ein.

00:04:17: und Wenn die Wirkung sich einstellt und ich dann also eingeschlafen bin, dann ist für mich als Patienten ja erst mal Pause.

00:04:23: Also ich kriege nichts mehr mit von dem was um mich rum passiert.

00:04:27: Aber was passiert denn?

00:04:29: um mich herum, also unmittelbar nachdem ich dann eingeschlafen bin.

00:04:32: Genau!

00:04:32: Also für dich als Patient ist dann sozusagen Pause und für uns beginnt dann eigentlich erst die Arbeit.

00:04:40: Also bei einer Vollnerkose ist es so dass wir zunächst dann die Atemwege sichern heißt das.

00:04:47: Sobald ein Patient jetzt in Vollnerkurse ist dann schnaufst der nicht mehr eigenständig genug, bedeutet wir übernehmen dann das Ein- und Ausatmen.

00:04:57: Also die sogenannte Ventilation.

00:05:00: Das machen wir dann zunächst über eine Maske, die wir so über Mund und Nase auch setzen Und wenn der Patient dann ganz tief und fest schläft Dann platzieren wir eine Kehlkopfmaske im Rachenraum oder ein Beatmungsschlauch diesen sogenannten Turus.

00:05:18: Den führen wir in die Luchtröhre ein Und dadurch können wir dann im weiteren Verlauf auch die Beatmung durch unser Beatmungsgerät sicher und stabil weiterführen lassen.

00:05:29: Danach fängt aber natürlich für uns so die eigentliche Arbeit an, weil wir müssen ja die Narkose aufrecht erhalten.

00:05:38: Bei der Nakoseinleitung da geben so viel Medikamente, dass der Zustand der Narkose des Einschlafens für den Patienten in der Einleitung sicher und auch angenehm beginnt.

00:05:53: Und dieser Start, der genügt jetzt aber nicht um die Narkose während der gesamten Operation aufrecht zu erhalten.

00:06:00: Das heißt wir müssen ab jetzt kontinuierlich unsere Schmerz und Narkosemilikamente so geben dass die Schmerzwahrnehmung weiter ausgeschaltet bleibt und der tiefe Schlaf erhalten bleibt.

00:06:16: Und zusätzlich überwachen der gesamten Operation alle wichtigen Funktionen des Körpers.

00:06:24: Das heißt, wir gucken auf die Sauerstoffaufnahme und Verteilung auf dem Blutdruck Herzfrequenz-Beatmungsparameter.

00:06:33: Teilweise ist es auch so dass wir kleine Laborabnahmen also Blutproben unmittelbar im OP untersuchen und das dann auch Teil unserer Narkoseführung ist.

00:06:45: Inhaltlich ist es so, dass die Medikamente, die wir zur Narkose nur umverwenden sich jetzt nicht von dem, den wir auch zur narkose Einleitung geben unterscheiden.

00:06:56: Es gibt aber zum Beispiel die Möglichkeit, dass man verschiedene Schmerzmittel kombinieren kann oder das wir auch anstatt dem in die wehne-indizierten Notikungen zum Beispiel einen Narkosegas der Atemluft dann zuzuführen, um das Bewusstsein weiterhin auszuschalten.

00:07:17: Das heißt wenn ich das richtig verstehe kümmerst du dich während der OP darum dass ich auf der einen Seite schlafe und nichts mit bekomme?

00:07:26: Auf der anderen Seite aber mein Körper mit allem versorgt ist was er braucht um zu überleben.

00:07:32: Ja, genau.

00:07:32: So verstehst du das eigentlich komplett richtig?

00:07:34: Also wir sind dafür da um die Kontrolle über dein Körper und alle lebenswichtigen Funktionen zu übernähen.

00:07:42: Dazu gehört vor allem die Überwachung der Beatmungen, der Sauerstoffaufnahme und des gesamten Kreislaufs.

00:07:49: Und diese ganzen Bausteine greifen alle ineinander während einer Große kontinuierlich überwacht.

00:08:00: Damit das alles gut weiter funktioniert, achten wir zum Beispiel auch darauf, dass der Körper während einer Operation auch genug aber nicht zu viel Füssigkeit erhält.

00:08:11: Damit z.B.

00:08:12: die Nieren ausreichend funktionieren und die Urinproduktion funktioniert.

00:08:18: Und wenn das klappt ist das wiederum ein gutes Indiz dafür, dass die Organe alle gut versorgt sind während der Nakose.

00:08:27: Es ist so, dass eine Operation ja immer ein dynamisches Geschehen ist.

00:08:31: Das heißt es passieren manchmal Dinge unerwartet oder bestimmte Phasen.

00:08:37: die dauern mal länger oder kürzer als man das vorher geplant hat und wir müssen uns mit der Narkoseführung immer an diese Dynamik anpassen.

00:08:47: Ich vermute mal, da ist auch ganz wichtig was man als Laie so sieht in einem OP.

00:08:51: Also diese ganzen Bildschirme mit Zahlenkurven und das Piepen usw.

00:08:57: Was siehst du da eigentlich konkret auf diesen Bildschirmen?

00:09:00: Und in diesen Kurven und Zahlen?

00:09:02: Ja, dass sind ganz viele bunte Kurven- und Zahlen und das piept tatsächlich viel.

00:09:07: Es ist auch so, dass dieses Piepen einen als Patient tatsächlich manchmal ein bisschen irritieren kann.

00:09:14: aber unsere Monitor die wollen immer ganz sicher gehen, dass wir nichts Wichtiges verpassen.

00:09:20: Deswegen geben die frühzeitig Alarm und es ist so das wir während der Operation permanent zum Beispiel die Herzfrequenz und den Herzrhythmus über das EKG auf unserem Monitor sehen.

00:09:34: dazu dann die Sauerstoffsättigung im Blut- und die Bullsfrequenzen und das wird meistens über einen Sensor, den wir an den Finger kleben oder dort befestigen gemessen.

00:09:46: Dann messen wir den Blutdruck ebenfalls sehr engmaschig und schließlich auch natürlich die ganzen Beatmungsdrücke, den Luftplus der Beatmung.

00:09:56: Und das CO² also Kohlenstoffdioxid, dass abgeatmet wird was übrigens einen ganz unglaublich wichtiger Wert für uns ist, weil wir durch das CO-II gleichzeitig angezeigt bekommen ob unsere Beatmung funktioniert die wir eingestellt haben und ob der Kreislauf unseres Patienten noch ausreichend suffizient ist.

00:10:17: Für das wohlbefinden Wohlergehen der Patienten ist es auch wichtig, dass wir im OP auf die Körpertemperatur achten.

00:10:25: Im OP ist es immer sehr kalt, Bakterien mögen die Kälte nicht.

00:10:30: deswegen ist es sehr kühl und wir müssen darauf aufpassen, dass der Körper nicht auskühlt.

00:10:34: Deshalb messen wir zum Beispiel auch die Körpertemperatur und unsere Patienten bekommen eine Wärmedecke oder lieben auch einer Wärmematte Je nachdem, wie groß die Operation ist oder wie komplex die OP ist, messen wir auch noch weitere Parameter um das Herzkreislaufsystem wirklich bestmöglich zu überwachen und auch die ganze Zeit statt mir halten zu können.

00:11:00: Das heißt du schaust quasi kontinuierlich während der gesamten OP auf diese Werte?

00:11:05: Also man ist die gesamte OP überwacht quasi

00:11:10: Ja absolut tatsächlich.

00:11:11: also Wir sind durchgehend aufmerksam und beobachten die ganze Zeit was passiert, sodass wirklich alle Körperfunktionen in den engen und gesunden Grenzen bleiben.

00:11:24: Das ist unsere Aufgabe das zu überwachen und das zu steuern Und dazu ist es natürlich auch besonders wichtig, dass wir immer wissen was während einer Operation passiert.

00:11:36: Also wir wollen möglichst nicht auf irgendwelche Dinge reagieren sondern wir wollen immer gerne vor der Lage sein.

00:11:44: Manche Operationssprücke zum Beispiel verursachen zusätzliche stärkere Schmerzreize.

00:11:51: dann gibt es auch Phasen mit weniger operationsbedingten Reizen und Das müssen wir wissen und weil wir das Wissen dosieren, wir unsere Medikamente auch vorher so dass es für den Patienten am besten passt.

00:12:08: Und im Prinzip ist es eine ständige Arbeit aber jetzt kein hektisches Rumwusel sondern ein ruhiges kompetentes Städtestuhn anpassen und auf alle Dinge achten, ist es aber zum Beispiel auch nicht schlimm wenn eine Operation mal länger oder kürzer dauert.

00:12:30: Also unsere Medikamente sind gut steuerbar wir dosieren sie kontinuierlich und erst wenn die OP fertig ist dann beenden wir auch die Narkose.

00:12:40: Viele Menschen haben ja so ein bisschen die Angst.

00:12:43: was passiert denn?

00:12:44: Wenn ich während einer OP aufwache?

00:12:46: also nach allem was du geschildert hast glaube Nicht allzu realistisch, aber kannst du da vielleicht irgendwie eine Einschätzung dazu abgeben?

00:12:54: Also diese Sorge ist natürlich absolut verständlich und die haben ganz viele Menschen.

00:13:00: Darüber müssen wir uns auch in den Aufklärungsgesprächen bewusst sein und gegebenenfalls darauf eingehen.

00:13:05: Die gute Nachricht dazu ist dass eine sogenannte Awareness mit wirklich expliziter Erinnerung sehr selten ist.

00:13:15: zum Glück Je nachdem wie genau man nachfragt, erinnern sich nach einer Vollnerkose zu sagen es die Zahlen ungefähr ein bis zwei von tausend Patienten an einen kurzen Wachmoment.

00:13:32: Von sich aus berichten ohne dass danach gefragt wird tun so etwas nur einer von zwanzigtausend.

00:13:42: Wenn das passiert, dann ist es meistens nur für Sekunden bis wenige Minuten.

00:13:49: Es ist oft in der Phase des Einschlafens oder des Aufwachens und in den meisten Fällen zu Glück ohne Schmerz empfinden.

00:13:59: Wenn eine Awareness auftritt, dann nehmen wir das aber absolut ernst.

00:14:05: Denn das ist ja in jedem Fall eine Erfahrung die für die Betroffenen psychisch natürlich belastend sein kann.

00:14:13: Deshalb achten wir natürlich in der Anästhesologie auf eine angemessene und ausreichende Narkositiefe und die zuverlässige Zufuhr von den ganzen Anäesthetika und achten auch auf individuelle Risikopraktoren.

00:14:28: Wir leiten auch oft während der Narkose zum Beispiel ein kleines EEG ab, weil wir dadurch erkennen können wie tief die Bewusstlosigkeit bei unserem Patienten gerade ist.

00:14:42: Man kann ergänzen natürlich schon sagen es gibt Phasen, die jetzt vulnerabler für eine Awareness sind als andere Phasene also zum Beispiel vor allem in einem Schockgeschehen, also einer sehr kritischen Kreislaufinstabilität.

00:15:00: Da kann eine Awareness-Tendenz ja leichter auffreten weil wir während hier den Kreislauch stabilisieren so wenig Narkose-Medikamente wie möglich geben wollen nur so viel wie nötig und Teilweise auch in Operationen, in speziellen Momenten.

00:15:19: In denen in kurzer Zeit ganz viel Flüssigkeit zum Beispiel gegeben werden muss und dadurch unsere Medikamente ja vorübergehend wie so verdünnt werden.

00:15:28: die gehen auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für eine Erwärmnis einher.

00:15:34: Die andere große Sorge, die wahrscheinlich oder vielleicht noch mehr Patienten umtreibt ist das genaue Gegenteil davon.

00:15:41: Also was ist denn wenn ich nach der Narkose nicht mehr aufwache?

00:15:45: Kannst du da irgendwas dazu sagen?

00:15:48: Also auch das ist zum Glück sehr selten.

00:15:51: oder kommt in den Sinne nicht wirklich vor?

00:15:54: oder wen liegt es nicht an den Narkosemedikamenten in dem Sinne.

00:15:58: Die Art und Weise wie heutzutage Narkoße machen ist sehr sicher.

00:16:05: Es ist wichtig, dass wir in Vorgesprächen uns möglichst ein genaues Bild von den gesundheitlichen Einschränkungen und Vorerkrankungen unserer Patienten machen.

00:16:16: Insbesondere es ist wichtig das wir einschätzen wie es um die Reserve der Herz-Kreislaufatempfunktion der Patienten steht.

00:16:26: also Wie gut kommt der Patient mit körperlicher Anstrengung zu Recht?

00:16:30: Dazu genügen uns so ganz alltägliche Beschreibungen, die zum Beispiel wie geht es dir beim Treppe steigen oder klappt ein Gang zur Mülltonne mit schwerem Müllbeutel?

00:16:43: Wir wollen immer wissen, wie die Patienten von der Fitness aufgestellt sind und wir wollen auch wissen, wie Patienten vorherige Narkosen vertragen haben.

00:16:54: Ob es da schon mal Schwierigkeiten gab, verlängerte Aufwachphase oder so etwas das kann dann alles ein Indiz dafür sein dass man dem nochmal genauer nachgehen muss.

00:17:07: natürlich gibt es aber auch einfach Operationen die an sich Risiken bergen.

00:17:13: Medikamente können Auch selten zu unbekannten Allergien oder Unverträglichkeiten führen.

00:17:20: Und was man natürlich sagen muss bei der Beatmung, da können prinzipiell vor allem bei nicht nüchternen Patienten auch heute noch schwerwiegende Probleme entstehen.

00:17:31: Deswegen ist es ganz wichtig dass wir ganz strukturiert und kontrolliert arbeiten.

00:17:37: aber die Narkose an sich ist heute tatsächlich eigentlich so sicher wie sie und die findet auch schließlich am Ende der Operation dann ebenfalls ihr Ende.

00:17:48: Wenn wir dieses Ende mal genau anschauen, also die Operation ist vorbei.

00:17:54: Wie werde ich denn wieder aufgeweckt?

00:17:55: Also gibt es da irgendwie eine Art Gegenmittel was dann gespritzt wird.

00:17:58: oder hörst du einfach auf das Narkose mittel weiter zuzuführen können?

00:18:04: Also zuerst einmal mache ich das natürlich ganz sanft mit dem Aufbecken, nicht wie man es manchmal sieht.

00:18:12: Mit Rütteln und Anplären.

00:18:16: Tatsächlich ist es so dass wir zum Ende einer Operation unsere Medikamente immer niedriger dosieren und dann schließlich die Gabe ganz beenden und dadurch werden unsere Patienten dann langsam immer wacher.

00:18:32: Grundsätzlich können wir die Wirkung unserer Schmerzmittel, der Opiate und der Muskel-Relaxanzien auch durch ein Gegenmittel aufheben.

00:18:42: Also antagonisieren!

00:18:44: Das ist aber jetzt nicht grundsätzlich notwendig.

00:18:48: In diesem Sinne gibt es jetzt nicht so etwas wie eine Auchwachsspitze, sondern es ist so dass die Narkose-Medikamente einfach abgebaut verstoffwechselt werden und nicht mehr nachgegeben werden.

00:19:01: Und dann ist man eben schließlich wieder wach.

00:19:03: Das ist auch immer ein Prozess der momentlang braucht und in der Phase beobachten wir ganz genau, wie die Atmung funktioniert?

00:19:13: Wie die Rückkehr der normalen Schutzreflexe klappt, wie das Aufwachen verläuft um dann ja schließlich unsere Patienten wieder unter den wachen Menschen im OP begrüßen zu dürfen.

00:19:27: Und du hast ja gerade schon so ein bisschen angesprochen mit Schutzreflexe und so weiter.

00:19:32: also an welchen Faktoren erkennst du denn genau dass der Patient jetzt wirklich wach genug ist um in den Aufwachraum zu können?

00:19:38: Ja das sind im Prinzip mehrere Dinge.

00:19:41: In diesem Prozess des Aufwachens.

00:19:43: und unmittelbar nach den Aufwachen gilt es natürlich auch hier, dass wir alle unsere Werte auf den Überwachungsmonitoren im Blick behalten.

00:19:52: Aber vor allem auch mit den Patienten in Kontakt treten.

00:19:56: also Wir fragen wie geht es ihnen?

00:19:58: haben sie Schmerzen?

00:19:59: Das sind meistens so unsere ersten Fragen.

00:20:02: Dann achten wir darauf ob das befolgen von kleinen Aufforderungen möglich ist umgesetzt werden kann.

00:20:09: Also zum Beispiel Beispiel schlucken, die Zunge kurz mal rausstrecken den Mund öffnen oder sich häuspern.

00:20:17: So etwas zeigt uns dass die Schutzreflexe wieder funktionieren.

00:20:22: das ist ganz wichtig und dadurch können wir dann eigentlich sehr schnell feststellen ob ein Patient wach genug ist Und ob es irgendwie noch etwas gibt, das wir vor der Verlegung in den Aufraum oder auf die Intensivstation dann noch für den Patienten tun können.

00:20:39: Auch ein Stichwort Übelkeit und so was?

00:20:42: Du hast ja einen Instagram-Account, auf dem du auch sehr viel aus deinem Berufsalltag zeigst.

00:20:48: Gibt es denn irgendwas bei dem du dort auf deinem Kanal im Austausch mit den Menschen immer wieder merkst... Das stellen sich Menschen außerhalb der Anesthesiologie wirklich ganz, ganz anders vor als es tatsächlich abläuft.

00:21:05: Also ich merke vor allem immer wieder dass die Leute überrascht sind wie komplex und vielseitig Anesthisiologie sein kann.

00:21:16: also mit dem einschlafen lassen und wieder aufwecken ist das ja einfach noch lange nicht getan und davon haben einfach die meisten Menschen keine Vorstellung.

00:21:28: Also was wir in der Anästhesiologie machen ist für viele wie eine Black Box, und wir sind ja auch in vieler Hinsicht so wie eine unsichtbare Disziplin.

00:21:40: Wir tauchen nicht so viel im tagesstationären Geschehen auf Und dass es jetzt unsere Aufgabe ist, wirklich jegliche Vitalfunktionen zu erhalten und zu steuern.

00:21:54: Das ist ganz vielen gar nicht bewusst!

00:21:57: Ja das ist ja quasi schon wirklich auch eine Blackbox, weil es in der Aufgabe des Anästhesisten ist, dass man im besten Fall nicht merkt was er tut.

00:22:05: Ja genau, also eigentlich wenn keiner nach uns fragt.

00:22:08: Nach der OP haben wir unseren Job gut gemacht, ne?

00:22:11: Aber es ist... Genau auf der anderen Seite.

00:22:13: da krieg ich trotzdem irgendwie auch immer so ein bisschen Schade dass das Ganze Wirken im Verborgenen bleibt.

00:22:19: aber so ist unser Job.

00:22:22: Abschließend dann vielleicht noch eine letzte Frage an dich Wenn du einen Irrtum, also eine einzige Fehleinschätzung oder der gleichen Übernarkosen aus der Welt schaffen könntest welche wäre das dann?

00:22:35: Dann würde ich sagen wollen, es gibt keinen Nicht-Aufwachen-Syndrom sozusagen.

00:22:43: Also die Narkose wirkt und wenn wir die Zufuhr unserer Medikamente stocken dann werden unsere Patienten auch wieder wach Und wenn nicht, dann liegt es an anderen Dingen die passiert sind.

00:22:58: Komplikation oder so aber An sich für die Narkose gibt es nicht irgendwie ein Nicht-Auffahrungs-Syndrom.

00:23:06: Ja wir hatten jetzt während des Podcasts den Begriff Blackbox benutzt für die Allgemeinen Anästhesie bzw also die Vollnarkose und vielen Dank Julia an dich jetzt erst einmal dass du uns diese Blackbox ein bisschen geöffnet hast und wieder mal reinschauen konnten zusammen Und vielleicht kann man das ja zusammenfassend so formulieren, was für uns als Patientinnen und Patienten eine Erinnerungslücke ist.

00:23:33: Ist es für dich als Anästhesistin eigentlich die Zeit in der deine ganze Arbeit liegt?

00:23:40: Die dazu dient dass wir eben sicher durch diese Narcose, durch diese OP kommen.

00:23:45: In diesem Sinne Julia vielen herzlichen Dank für die Zeit, die du hier genommen hast und für den spannenden Blick auch hinter die Kulissen.

00:23:51: Ja, vielen Dank für das angenehme

00:24:01: Gespräch.

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